Energieeffiziente Kläranlagen: Wo Betreiber wirklich ansetzen können
Wie viel Fremdenergie eine Kläranlage im Verhältnis zu ihrer Reinigungsleistung braucht, entscheidet zunehmend über die Wirtschaftlichkeit – zwei Hebel machen den Unterschied.
Wie effizient eine Kläranlage mit Energie umgeht, lässt sich an einer einfachen Kennzahl ablesen: dem Verhältnis aus zugekaufter Fremdenergie (Strom und Wärme) zur erbrachten Reinigungsleistung, etwa gemessen in eliminierter CSB‑Fracht oder Einwohnerwerten. Je weniger Fremdenergie pro Einheit Reinigungsleistung nötig ist, desto energieeffizienter arbeitet die Anlage – im besten Fall bis hin zur energieautarken Kläranlage, die keine externe Energie mehr benötigt.
Um dorthin zu kommen, gibt es grundsätzlich zwei Wege: Energie im laufenden Betrieb einsparen, oder mehr Energie selbst erzeugen. Für die Eigenerzeugung bietet das Abwasser selbst mehrere Quellen – die chemische Energie organischer Inhaltsstoffe, nutzbar als Faulgas bzw. Biogas, die Wärmeenergie des Abwassers sowie die Lageenergie durch Höhendifferenzen im Netz. Ergänzend kommen Solar‑ oder Windenergie am Standort infrage.
Der größte Hebel liegt in der Praxis oft im Faulturm bzw. Fermenter: Wird die organische Fracht dort besser in Biogas umgesetzt, sinkt der Fremdenergiebezug unmittelbar. Genau hier setzt PRO‑ENTEC mit dem Fermentationskatalysator ENTEC® FK 600 an, der die Methanbildung fördert und die Gasausbeute nachweislich steigert. Im laufenden Forschungsprojekt PEGA(KA) mit der Universität Rostock gehen wir noch einen Schritt weiter und kombinieren höhere Klärgaserträge mit einer gezielten Stickstoffreduzierung – ein Beitrag, der Betreiber sowohl bei den Energiekosten als auch bei der CO₂‑Bilanz spürbar entlasten kann.