Seit Ende 2023 arbeitet PRO‑ENTEC gemeinsam mit der Universität Rostock im Forschungsprojekt PEGA(KA) an einer neuartigen Technologie zur integralen Energieoptimierung und Stickstoffreduzierung bei der Klärschlammbehandlung. Ziel ist es, den Energiegehalt des Klärschlamms deutlich besser zu nutzen, den Stickstoffkreislauf im Schlammwasser zu entlasten und damit die CO₂‑Bilanz von Kläranlagen spürbar zu verbessern.
Kernidee des PEGA(KA)‑Verfahrens: Ein Teil des bereits ausgefaulten Schlamms wird in einem Seitenstrom zusammen mit Trübwasser aus der mechanischen Entwässerung in einer speziellen biologischen Stufe weiterbehandelt. Durch eine gezielte, restriktive Begasung mit Reinsauerstoff werden organische Restinhalte weiter abgebaut, neue Biomasse gebildet und stickstoffhaltige Verbindungen stark reduziert. Das entlastete Schlammwasser fließt nahezu frei von Ammonium zurück in die Hauptbiologie, der eingedickte PEGA‑Schlamm wird dem Faulturm erneut zugeführt und erzeugt zusätzliches Klärgas.
Praxisversuche und Modellrechnungen zeigen, dass sich mit dem patentierten PEGAKA‑Konzept Klärschlammmenge und Ammoniumrückbelastung deutlich senken, während die Klärgaserträge spürbar steigen. Im Idealfall kann eine Kläranlage so in Richtung Energieautarkie gehen und ihren CO₂‑Fußabdruck erheblich verringern – bei gleichzeitig sinkenden Entsorgungs‑ und Energiekosten. Das laufende PEGA(KA)‑Projekt der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) liefert dafür die wissenschaftliche Basis und überführt das Verfahren Schritt für Schritt in den großtechnischen Einsatz.